Was ist der Unterschied zwischen dem BGB-Vorstand und dem erweiterten Vorstand?

Der Vorstand gemäß § 26 BGB vertritt den Verein rechtsgeschäftlich, also bspw. gegenüber dem Vereinsregister, vor Gericht oder beim Abschluss von Verträgen. Dieser Vorstand muss auch ins Vereinsregister eingetragen werden.

Daneben kann es aber noch einen erweiterten Vorstand geben, der aus dem BGB-Vorstand und weiteren Mitgliedern besteht und für die Entscheidungsfindung innerhalb des Vereins verantwortlich ist. Dies kann sinnvoll sein, wenn man weitere Personen zur Beschlussfassung hinzuziehen, aber die rechtsgeschäftliche Vertretungsmacht übersichtlich halten will. Außerdem muss man diese Personen nicht ins Register eintragen lassen und hat so weniger Aufwand bei Personalwechseln.

In jedem Fall sollte man darauf achten, dass sich die Unterscheidung zwischen beiden Vorstandsarten unmissverständlich aus der Satzung ergibt. Auch hier kann nur zu anwaltlicher Rücksprache geraten werden.

Wer entscheidet im Konfliktfall über die Auslegung der Satzung?

Zunächst einmal sollte man die Satzung nach Möglichkeit so eindeutig formulieren, dass es möglichst keine Unklarheiten gibt. Das funktioniert natürlich nicht immer, da man nicht für jeden denkbaren Fall vorsorgen kann.

Dann ist es denkbar, dass im Zweifel die Sache tatsächlich vor Gericht geklärt werden muss, wenn bspw. ein Mitglied gegen einen Beschluss klagt oder Ansprüche gegen den Verein anmeldet. Sowohl für den Vereinsfrieden als auch für das Bild nach außen ist dies natürlich verheerend. Aus diesem Grund ist es möglich, ein vereinsinternes Schiedsgericht einzurichten, das diese Fragen entscheidet und in der Regel auch den Gang vor staatliche Gerichte ausschließt.

Ist es schlimm, wenn es weniger als sieben Mitglieder gibt?

Nein, die sieben Mitglieder müssen nur im Zeitpunkt der Eintragung bestehen. Problematischer wird es erst, wenn es weniger als drei Mitglieder gibt (§ 73 BGB):

Sinkt die Zahl der Vereinsmitglieder unter drei herab, so hat das Amtsgericht auf Antrag des Vorstands und, wenn der Antrag nicht binnen drei Monaten gestellt wird, von Amts wegen nach Anhörung des Vorstands dem Verein die Rechtsfähigkeit zu entziehen.

Da die Mitgliederzahl vom Gericht nicht kontrolliert wird, ist dies allerdings nicht besonders tragisch. Jedoch sollte man sich zügig darum bemühen, weitere Mitglieder aufzunehmen.