Was ist die Ehrenamtspauschale?

Bei der Ehrenamtspauschale handelt es sich um einen steuerfreien Betrag von maximal 720 Euro pro Jahr. Soweit also vom Verein Aufwandspauschalen oder sonstige Vergütungen bis zu dieser Summe gezahlt werden, muss der ehrenamtlich Tätige dafür keine Einkommensteuer bezahlen.

Dieser Freibetrag wird für alle Tätigkeiten gewährt, die nicht der Übungsleiterpauschale unterliegt, also z.B. reine Funktionstätigkeiten wie Schatzmeister, Schriftführer, Geschäftsstellenbetreuer o.ä. Eine Kombination von Ehrenamts- und Übungsleiterpauschale ist also nicht möglich.

Wie muss die Buchhaltung des Vereins erfolgen?

Zu den Buchführungsgrundsätzen gehört:

  • warheitsgemäße, vollständige und zeitnahe Erfassung
  • verständliche Erläuterung von Einnahmen und Ausgaben
  • Trennung in steuerbegünstigte und sonstige Geschäfte
  • Ausweisung von Rücklagen

Regelmäßig reicht jedoch eine einfache Einnahmen/Ausgaben-Rechnung, eine Bilanz muss erst bei sehr hohen Umsätzen (mehr als 500.000 Euro pro Jahr) oder Gewinnen (mehr als 50.000 Euro pro Jahr) erstellt werden.

Wann stellen Mitgliedsbeiträge eine Betriebseinnahme dar?

Wenn Mitgliedsbeiträge nicht einfach der Finanzierung des Vereinslebens dienen, sondern faktische Gegenleistungen für geldwerte Vorteile sind, muss eine entsprechende Aufteilung der Beiträge erfolgen.

Dazu gehören z.B.:
Ausleihen von Geräte
Benutzung von Vereinsräumlichkeiten oder Sportplätzen
Bezug von Druckschriften

Wenn diese Vorteile normalerweise nur gegen Entgelt angeboten werden oder gar für Nichtmitglieder Preislisten existieren, muss auch ein angemessener Teil der Mitgliedsbeiträge steuerlich als Betriebseinnahme angesehen werden.

Wann darf ein gemeinnütziger Verein Neumitglieder ablehen?

Grundsätzlich muss die Mitgliedschaft allen Personen offenstehen. Eine dauerhafte Verengung auf eine kleine Mitgliederzahl ist nicht zulässig. Damit scheiden zum einen Aufnahmesperren als auch exorbitant hohe Mitgliedsbeiträge aus.

Ausnahmen bestehen zum einen, wenn die Mitgliederzahl für die Sicherstellung der Funktionsfähigkeit des Vereins notwendig ist, bspw. weil ein Schützenstand bereits voll ausgelastet ist oder in einem Orchester jedes Instrument schon besetzt ist. Andererseits kann der Verein auch mitgliedermäßig klein bleiben, sofern auch Nichtmitglieder begünstigt werden und z.B. an Veranstaltungen teilnehmen können.

Was ist ein Zweckbetrieb?

Ein Zweckbetrieb ist eine wirtschaftlich ausgerichtete Tätigkeit des gemeinnützigen Vereins, die dem nichtwirtschaftlichen Vereinszweck zugute kommt. Der Zweckbetrieb muss daher

  • helfen, den Vereinszweck zu erreichen,
  • notwendig sein, um den Vereinszweck zu erreichen, und
  • darf keine nennenswerte Konkurrenz für andere Wirtschaftsteilnehmer sein.

Die Einnahmen aus dem Zweckbetrieb unterliegen nicht der Einkommen-, Körperschaft- und Gewerbesteuer. Umsatzsteuer fällt dagegen bei größeren Umsätzen ggf. schon an.

Eine andere wirtschaftliche Tätigkeit, die nicht die Voraussetzungen des Zweckbetriebs erfüllt, ist als rein wirtschaftlicher Geschäftsbetrieb dagegen meist körperschaftsteuerpflichtig.

Wann ist der Verein umsatzsteuerpflichtig?

Die Umsatzsteuer fällt an, wenn die umsatzsteuerpflichtigen Einnahmen, also insbesondere Verkaufserlöse, mehr als 17.500 Euro im Jahr betragen. Allerdings ist bei gemeinnützigen Vereinen unter Umständen der ermäßigte Steuersatz anzusetzen (§ 12 Abs. 2 Nr. 8 a) UStG).

In puncto Umsatzsteuer ist grundsätzlich die Hinzuziehung eines Steuerberaters sinnvoll.

Wann ist der Verein körperschaftsteuerpflichtig?

Die Körperschaftsteuer fällt bei wirtschaftlichen Einkünften von mehr als 35.000 Euro pro Jahr an. Nicht als wirtschaftliche Einkünfte gelten Mitgliedsbeiträge, Einnahmen aus dem Zweckbetrieb und staatliche Zuwendungen.

In puncto Körperschaftsteuer ist grundsätzlich die Hinzuziehung eines Steuerberaters sinnvoll.

Darf der Verein Geschäfte mit Mitgliedern abschließen?

Grundsätzlich ja. Wenn also ein Vereinsmitglied professioneller Musiker ist, darf er auch für das Sommerfest engagiert werden.

Problematisch wird es allerdings, wenn dadurch die nichtwirtschaftliche Ausrichtung des Vereins in Zweifel gezogen wird. Wenn also der Lohn für das Mitglied der Hauptausgabenpunkt wird, könnte man auf die Idee kommen, dass Vereinszweck eigentlich die berufliche Betätigung dieses Mitglieds ist.

Relevant ist hier in erster Linie der sogenannte Drittvergleich. Dem Mitglied darf nicht mehr gezahlt werden als bei einem unbeteiligten Dritter üblich wäre.

Außerdem muss der Verein trotzdem noch seinen Vereinszweck erfüllen. Und dieser Vereinszweck ist ja nicht Ausrichten von Sommerfesten mit Musik. Das Fest muss also in der konkreten Ausgestaltung dem Vereinszweck zu Gute kommen, z.B. durch Förderung des Zusammenhalts oder bei einem Fußballverein durch das gleichzeitige Austragen von Freundschaftsspielen etc.

Dürfen Mitglieder für Arbeitszeit entschädigt werden?

Ist in der Satzung festgeschrieben, dass die Mitglieder ehrenamtlich tätig werden, ist jede Entschädigung für aufgewendete Zeit ausgeschlossen.

Fehlt eine derartige Bestimmung, ist auch eine Vergütung für Arbeitszeit möglich. Diese sollte aber unbedingt beschlossen werden, am besten durch die Mitgliederversammlung.

Unter Umständen ist diese Bezahlung dann auch steuer- und anmeldepflichtig.